Fun Stuff: Die Zukunft der Musikindustrie
Veröffentlicht am 12 Sep 2003 von maximillian_graves
So könnte die Zukunft einer Branche ausehen, die nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat und ihre Kunden nicht für voll nehmen möchte!
2002:
Als beste Künstler werden Madonna, Herbert Grönemeyer, Tom Jones, Cher,
und Santana ausgezeichnet. Zu den Top-Hits gehören Westlife mit "Uptown
Girl", die No Angels mit "All Cried Out", Kelly Osbourne mit "Papa Don't
Preach", Madonna mit "American Pie". Die Musikindustrie erfährt zum
ersten
Mal
nach einer langen Boomzeit einen Umsatzrückgang. Als Hauptursachen macht
sie
das in Mode gekommene Kopieren von CDs und das Tauschen von Musikdateien
im
Internet verantwortlich. Um den Kids klar zu machen, daß das Kopieren
von Musik letzendlich die Künstler schädigt, startet die Industrie die
Kampagne "Copying Music is Killing Music".
2003:
Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Nena, Kim Wilde, Ozzy
Osbourne und Metallica als beste Künstler aus. Das Album Nr. 1 ist Nena
mit Remixen ihrer größten Hits. In den Hitparaden finden sich neben
Alexander, Juliette und Daniel K. auch Jeanette Biedermann mit "Rock my
Life",
das
stark nach Roxette klingt. Weiterhin gehören Lichtenfels mit "Sounds
like a Melody", Outlandish mit "Aicha", Kraftwerk mit "Tour de France
2003",
KCPK mit "We will Rock You" und Murphy Brown mit "Axel F 2003" und
Culture
Beat mit "Mr. Vain Recall" zu den Tophits. Die meisten CDs haben
Kopierschutz.
Seit August ist das Kopieren kopiergeschützter CDs verboten, ebenso das
Herunterladen von Musik aus dem Internet. Der Umsatz der Musikindustrie
geht um weitere 15% zurück, besonders betroffen Hit-Kompilationen mit
47%.
2004:
Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Marius
Müller-Westernhagen,
DJ Bobo, Marianne Faithfull und Pur aus. In den Charts stehen das
Hollywood
Dance Project mit "Relax Reloaded", Kajagoogoo mit "Too Shy 2004", Nena
mit "Haus der 2004 Sonnen" und Nico W aus "GZSZ" mit "Ich vermiß Dich
wie
die Hölle" lange Zeit ganz oben. Mit Hilfe einer automatisierten
Sauger-Suche
kann die Musikindustrie alle Nutzer von Tauschbörsen ausfindig machen.
Fünf Millionen Haushalte in Deutschland erhalten daraufhin Post des
Münchner
Anwalts G., der ultimativ die Unterzeichnung einer
Unterlassungserklärung
einfordert und die Erstattung von Auslagen über 583,74 Euro. Die
Tauschbörsen
brechen zusammen. Die Hälfte aller T-DSL-Anschlüsse wird gekündigt.
Der Umsatz der Musikindustrie geht um weitere 10% zurück.
2005:
Es werden Herbert Grönemeyer, Tom Jones, die Supremes, Suzi Quatro und
Elvis Presley als Künstler des Jahres ausgezeichnet, dazu Status Quo mit
dem
Innovationspreis des Musiker-Managements. Die Charts führen an Peter
Maffay mit "So bist Du 2005", Roberto Blanco mit "Ein bißchen Spaß muß
wieder
mal sein" und Zarah Leander mit "Ich weiß, auch 2005 wird ein Wunder
gescheh'n."
Der Umsatz der Musikindustrie schrumpft erneut um 50%. Die Trend-Scouts
entdecken, dass unter den Jugendlichen 60er- 70er- 80er und 90er-
Revivals in sind. Sie treffen sich zu FlowerPower-, Disco-, New Wave-
und
Rave-Parties und hören die CDs ihrer Eltern. Original-CDs und LPs der
vergangenen vier Jahrzehnte werden verstärkt bei Ebay gehandelt. Es
wird vermutet, dass die Kids die CD erwerben, kopieren und dann
weiterverkaufen. Das ist legal, da die alten CDs keinen Kopierschutz
haben
und
nur
Originale angeboten werden.
2006:
Die Musikindustrie bringt ein neues Tonträgerformat heraus:
Die "Smart CD". Sie benötigt spezielle Abspielgeräte mit
Internet-Anschluß.
Die Smart-CDs lassen sich nur abspielen, nachdem vorher eine Lizenz
über das Internet gekauft wurde. Lizenzen gibt es nur noch temporär, es
ist
nicht mehr möglich, ein Musikstück "für immer " zu erwerben. Dafür
werden
die
"Smart-CD"-Spieler im Bundle mit einem Musik-Abo für einen Euro
angeboten.
Als erfolgreichste Künstler werden Herbert Grönemeyer, die Scorpions,
Mark Oh, Oli P. und Peter Kraus ausgezeichnet. Die Charts werden
beherrscht
durch Songs wie "Flugzeuge im Bauch Ultimate Edition" mit Herbert
Grönemeyer,
Oli P. und Xavier Naidoo, "You Keep Me Hanging On" mit den Supremes, Kim
Wilde und Sinema sowie "Anyplace, anywhere, whatever" von Nena, Kim
Wilde
und
Jan Delay. Aus Anlaß der Fußball-WM wird mit großem Marketing-Aufwand
eine
neue Latino-Salsa-Welle propagiert, mit Carlos Santana und Richie Valens
("La Bamba World Cup 2006 Mousse T. Remix") als Galionsfiguren. Obwohl
Brasilien zum sechsten Mal Weltmeister wird, hat die Welle nur mäßigen
Erfolg.
Der Absatz der Musikindustrie sinkt weiter.
2007:
Mit Hinweis auf die vielen bedrohten Arbeitsplätze setzt die Musik-Lobby
ein Gesetz durch, nachdem der Rückruf einmal erteilter Lizenzen möglich
ist. Prompt widerruft die Industrie alle bisher erteilten Lizenzen auf
nicht
kopiergeschützte Tonträger. Damit werden alle älteren CDs und alle LPs
illegal, ebenso Plattenspieler und CD-Spieler, die nicht dem "Smart CD"
Standard entsprechen. Im Austausch für ihre Original-CDs bietet die
Industrie CD-Besitzern eine Einjahreslizenz für die auf der CD
vorhandene
Musik an. Nach einer erneuten Abmahnwelle der Kanzlei G. aus M. bricht
der Tonträgerhandel über eBay zusammen. Auf die Veröffentlichung von
Charts
und die Auszeichnung von Künstlern wird verzichtet. Zunächst einmal
müssen
die Lagerbestände an CDs abverkauft werden.
2008:
Musik wird in Deutschland nur noch im Radio oder bei Konzerten gehört.
Das Radio verliert aber an Popularität, seit die Industrie die Sender
zwingt, nur noch neueste Produktionen zu spielen und über diese
drüberzusprechen, damit das Aufnehmen mit Tapedecks verhindert wird.
Konzerte sind fast unbezahlbar geworden, da das gesamte Management
von den Eintrittspreisen mitbezahlt werden muß. Dagegen häufen sich die
sogenannten "Open Jams", spontane Zusammenschlüsse von Hobby-Musikern,
die auf öffentlichen Plätzen mit Gitarre, kleinem Schagzeug, Keyboard,
Saxophon
etc. Musik spielen und von begeisterten Zuhörern gefeiert werden.
2009:
Die Musiklobby setzt beim Gesetzgeber das Verbot öffentlicher und
privater Performance urheberrechtlich geschützen Materials durch.
Musikinstrumente werden mit einer Urheber-Abgabe belegt, da man ja
eine Gitarre etwa zum Raub-Abspielen von Stones-Songs mißbrauchen
kann. "Making music is killing music" lautet die begleitende Kampagne,
die den Leuten Unrechtsbewußtsein beibringen soll.
2010:
Um Arbeitsplätze bei Musikern zu schützen, wird Musikunterricht
rationiert: Es dürfen nur noch so viele Nachwuchsmusiker ausgebildet
werden,
wie der Markt braucht. Da dieser schneller schrumpft als die Musiker
wegsterben,
bedeutet das faktisch ein Verbot des Musikunterrichts. Hunderte
Musikschulen
werden geschlossen.
2011:
Sarah Connor versucht mit "Terminate Me" einen neuen, nicht gecoverten
Song herauszubringen, wird aber dafür von den Anwälten der
Musikrechteinhaber verklagt, die es nicht erlauben, dass neue Urheber
am kleiner werdenden Kuchen mitverdienen woll en. "Composing Music is
killing
Music"
heißt das Schlagwort der Inhaber alter Rechte. Sarah Connor gewinnt den
Rechtsstreit, wird aber kurz darauf unter mysteriösen Umständen ermordet
aufgefunden.
Von nun an traut sich niemand mehr, neue Songs zu schreiben.
2012:
Die Eltern des 6jährigen Wolfgang Amadeus Moherb, des
"Jugend-musiziert"-Siegers, werden zu 150.000 Euro Schadenersatz an die
Musikindustrie verurteilt, weil sich herausgestellt hat, dass ihr Kind
erst seit eineinhalb Jahren musiziert, also nach dem Inkrafttreten der
Unterrichts-Rationierung. Seine Lehrerin, die Violinistin Anne-Sophie
Mutter, entzieht sich einer Gefängnisstrafe durch Flucht in den Irak,
dem einzigen Land, das nicht unter Kontrolle der westlichen
Wertegemeinschaft und damit der Musikindustrie ist.
2020:
Nahezu jede tonliche Äußerung, darunter Motorgeräusche, Trittschall,
Türschließgeräusche und gesprochenes Wort, sind unter
urheberrechtlichen Schutz gefallen. Eine Tür zumachen darf quasi nur
noch,
wer
nachweisen
kann, dass der dabei erzeugte Schall nicht dem von Porsche patentierten
ähnelt.
Die einzigen lizenzfreien Worte sind "der", "die", "das", "und" und
"hallo". Die Gespräche von Menschen, die sich das "Deutsche Sprache Abo"
nicht
leisten können, sind daher fast unverständlich geworden. Überhaupt ist
es sehr still geworden, da fast jede Schallerzeugung das Risiko einer
Abmahnung durch den Münchner Justizkonzern G. und Söhne in sich birgt.
Die
Anwälte der Ton und Schall Industrie-Gemeinschaft machen Jagd auf Park-
und
Waldbesitzer, die in ihren Anwesen das illegale Singen von Vögeln
dulden.
2050:
Europa und die USA sind in einem Handstreich vom Irak eingenommen
worden.
Die Iraker brauchten nur einen einzigen Muezzin, um die halbe
Streitmacht
der Westmächte auszuschalten, die sich, an Schall nicht mehr gewöhnt,
mit zugehaltenen Ohren am Boden wälzte. Die andere Hälfte und die zivile
Bevölkerung wurden dadurch gewonnen, dass man ihnen Kinderlieder
vorsang.
Die Menschen fingen an zu weinen und den Invasoren auf Knien zu danken,
für diese neue und wunderbare Gabe, die sie so lange vermißt hatten.
Seither ist der Islam die größte Weltreligion und das Reich Allahs unter
der
weisen
Herrschaft des Kalifen von Washington schwingt sich auf zu neuer Blüte.
Kommentare zu diesem Artikel
Jawollo! Aber Ihr habt vergessen, daß 2020 Zager & Evans wieder auftauchen und den Song "In the Year 2020" rausbringen! *looooool*
genialer text. weiter so. die plattenindustrie geht unter. viva revulotion jaaaaaa
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